
Bei Germteig braucht man vor allem eines, nämlich Geduld. Die Germ ist ein lebender Mikroorganismus und damit ein kleines Sensibelchen. Sie mag es weder zu heiß noch zu kalt. Lauwarme Milch passt perfekt, damit sie sich gut auflöst und in Ruhe arbeiten kann. Wird die Flüssigkeit zu heiß, werden die Hefezellen geschädigt oder sterben sogar ab, dann geht der Teig nicht mehr richtig auf. Ist die Flüssigkeit hingegen zu kalt, arbeitet die Germ deutlich langsamer und der Teig braucht viel länger, um aufzugehen. Sind noch Stückerl von der Germ vorhanden, kann der Teig außerdem ungleichmäßig aufgehen, deshalb lieber gut verrühren.
Zucker ist dabei nicht nur für den Geschmack da, sondern richtig wichtig. Die Germ braucht den Zucker, um aktiv zu werden und den Teig aufgehen zu lassen. Ohne Zucker funktioniert das deutlich schlechter und die Häschen bleiben eher kompakt. Gleichzeitig sorgt er auch für die schöne goldene Farbe beim Backen.
Auch die Butter sollte wirklich weich sein und Raumtemperatur haben, aber nicht flüssig. Ist sie zu hart, lässt sie sich schlechter in den Teig einarbeiten, ist sie zu flüssig, verändert sich die Teigstruktur negativ. Weiche, streichfähige Butter sorgt dafür, dass der Teig geschmeidig wird und später besonders zart bleibt.
Ein ganz entscheidender Punkt ist die Gehzeit. In dieser Phase arbeitet die Germ und lockert den Teig auf. Wird der Teig zu früh weiterverarbeitet, fehlt diese Lockerheit und die Häschen werden eher fest. Deshalb lohnt es sich, dem Teig wirklich genug Zeit zu geben.
Bei Dinkelteig sollte man außerdem vorsichtig mit dem Kneten sein. Er ist empfindlicher als Weizenteig und verträgt nicht zu langes oder zu intensives Bearbeiten. Sobald der Teig glatt und geschmeidig ist, reicht es völlig aus.
Damit die Häschen auch nach dem Backen schön weich bleiben, sollten sie nach dem Auskühlen luftdicht verpackt werden, zum Beispiel in einer Dose oder einem gut verschlossenen Sackerl. So bleiben sie etwa zwei bis drei Tage frisch. Alternativ lassen sie sich auch gut einfrieren und bei Bedarf wieder auftauen.

Osterhäschen mit Dinkelmehl
Zutaten
Zubereitung
- Die Milch leicht erwärmen und gemeinsam mit Zucker, Vanillezucker und Germ verrühren, bis sich die Germ weitgehend aufgelöst hat. Anschließend das Ei hinzufügen und gut verquirlen.
- Das Mehl in eine große Schüssel sieben. Die Flüssigkeit in einem Schwung zum Mehl geben, weiche Butter und Salz ergänzen und alles zu einem glatten Teig verkneten. Den Teig so lange kneten, bis er elastisch und geschmeidig ist.
- Den Teig mit einem feuchten Küchentuch abdecken, damit er nicht austrocknet, und mindestens zwei Stunden gehen lassen.
- Nach der Gehzeit den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche nochmals kurz durchkneten. Danach den Teig nach Belieben zu Häschen formen (sei kreativ!).
- Die geformten Häschen auf ein Backblech legen, mit etwas Milch bestreichen und mit Rosinen verzieren. Anschließend etwa zehn Minuten ruhen lassen. Währenddessen das Backrohr auf 190 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Danach die Häschen auf mittlerer Schiene rund 15 Minuten goldbraun backen.

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